Wladimir Schengelaja
Wladimir Schengelaja wurde
1949 in Suchumi/Abchasien
geboren.

Bis 1971 Studium an der
Kunstakademie Tiflis/Georgien.
1988 Aufnahme im Künstlerver-
band der UDSSR.

Bis 1992 freier Künstler in Suchumi

1993 ausgewandert nach Deutschland
.
Lebt und arbeitet in München.
Mitglied des BBK.
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Ich wurde in der malerischen Stadt Suchumi geboren, welche in der Zeit der Antike gegründet wurde und wuchs dort auf. Das Land Abchasien erfuhr Einflüsse von vielen altertümlichen Kulturen. Doch trotz des Reichtums der Geschichte bleibt es eine Peripherie des russischen Imperiums und lebt nach seinen Gesetzen. Hier gab es auch eine sogenannte "offizielle" Kunst und seit dem Anfang der siebziger Jahre eine Underground-Bewegung. Dieser Underground lieferte aber keinen Widerstand gegen die offizielle Kunst und bekämpfte diese nicht. Ich gehöre zu der Generation, die nach dem Fall des eisernen Vorhangs aufwuchs und ohne die ersten Freiheitsströmungen zu bewerten, wurden wir zu Zukunftsgläubigen. Diese Situation bestimmte die Grenzen meiner Tätigkeit als Künstler. Innerhalb der Mauern der Tifliser Kunstakademie, in der ich Mitte der Sechsziger Jahre studierte, hat sich die "nationale" Kunst dominant gemacht. Diese Art von Kunst begrenzte die Suche der Künstler in Richtung der Folklore und der dekorativen Malerei. In Tiflis lernte ich die bedeutendsten Beispiele der georgischen Kunst kennen. Ich sah die altertümliche und wunderschöne Wandmalerei, die starke Einflüsse auf mich und meine Kunst hat. Es ist sehr schwer, die Faktoren zu konkretisieren, die auf meine Malerei Einfluß ausüben. Ich bewege mich von irrationalen Zeichen und Gesten hin zu der Schöpfung eines Bildes. Ich arbeite sehr präzise an der Oberfläche der Leinwand, vertiefe mich in alle Schichten "der alten und der neuen" Kunst und stehe über nationalen und zeitlichen Grenzen. Ich bewege mich von der spontanen zu der gefundenen oder erarbeiteten ästhetischen Methode. All diese Vorgänge tragen in sich die Vergangenheit und verarbeiten sie, und dies spiegelt meine heutige Verfassung wider. Es gibt Meinungen über die Folgeerscheinung des swjetischen Undergrounds. Ich glaube, daß die psychologische und ästhetische Wirkung der Kunst auf uns immer unerschütterlich und primär bleibt. Wenn ich über meine Arbeit sprechen soll, möchte ich Henri Matisse paraphrasieren - ich mache das, was ich kann.
Wladimir Schengelaja "O.T." 2000, 55 x 50 cm, Acryl auf Leinwand