Wang Yani und Wu Min-an
Wang Yani:

Wer bin ich und woher komme ich?
Am 2. Mai 1975 wurde ich, Wang Yani, in der chinesischen Stadt Gongcheng am Li-Fluß als ältestes Kind des Kunstmalers Wang Shiqiang geboren. Die künstlerische Umgebung liessen mich schon mit drei Jahren zu den Malutensilien meines Vaters greifen und ich versuchte in chinesischer Tradition mit Tusche und Pinsel, Tiere auf mein reispapier zu bannen. Angeregt durch einen Zoobesuch hatten mich vor allem die Affen durch ihre Lustigkeit und Lebensfreude inspiriert und ich gab ihnen positive menschliche Züge. Mein Vater erkannte bald meine Begabung und steckte seine eigene Malerei auf, um sich ganz meiner Ausbildung zu widmen. Chinesische Freunde und Künstler, die meine kleinen Werke sahen, organisierten Ausstellungen in Guilin und Shanghai, als ich erst vier Jahre alt war. So wurde ich früh als “die kleine Affenmalerin” bekannt, mit sechs Jahren durfte ich in der Hauptstadt Peking ausstellen, eine Briefmarke der chinesischen Post mit meinem Motiv einer Äffin mit Kind erschien.

Mein weiterer künstlerischer Werdegang:
Die intensive Anleitung durch meinen Vater führte mich mit zehn Jahren dann ins Ausland, wo ich Einzelausstellungen meiner Tierdarstellungen in Hongkong und Japan präsentieren durfte. Aber auch in Deutschland bekam ich durch das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart die Chance in der Öffentlichkeit und im Fernsehen vorzumalen und meine Bilder zu zeigen.

Mein Durchbruch in der internationalen Szene:
Zum chinesischen Neujahrsfest 1988, ich war inzwischen zwölf Jahre alt, stellte ich im Museum of National History in London aus und wurde vom britischen Fernsehen vorgestellt. Und ein Jahr später zeigt die Smithonian Institution in den Vereinigten Staaten meine Werke in der Sackler’s Gallery in Washington, im Asian-Art-Museum in San Francisco und im Nelson Atkins Museum of Art in Kansas City. Die “Golden Micky Mouse” wird mir in San Francisco verliehen.
Mit 15 Jahren hatte ich das große Erlebnis, mit Hilfe des Auswärtigen Amtes in Bonn in Deutschland an fünf Plätzen auszustellen und in der Öffentlichkeit vorzumalen. Drei Monate reiste ich mit meinem Vater durch das Land, das mich am meisten angezogen hatte, von Bonn über das Saarland nach München, Berchtesgaden und nach Berlin. Zu meinem Vormalen wurden auch Schulklassen eingeladen, mit denen ich gemeinsam arbeitete. Und ein Jahr später wurden meine Bilder in der Hauptstadt Taiwans ausgestellt.

Internationale Dokumentation meines Schaffens:
1984 Peking Bildband “Die Welt eines Kindes” in fünf Sprachen
1985 Ausstellungskatalog in Japan
1986 Prestel Verlag München “Wang Yani, Bilder eines chinesischen Kindes”
1989 USA Bildband “The Brush of Innocence”
1990 New York “A Young Painter”
1991 Ausstellungskatalog Taiwan

Aufbruch aus der Kindheit:
1993 machte ich in meiner Heimatstadt Gongcheng mein Abitur und war auf der Suche nach einem neuen Künstler-leben mit dem Fernziel Deutschland. In Peking studierte ich am Goethe-Institut drei Semester Deutsch und konnte durch ein Jahresstipendium der Rotarier in Ingolstadt 1996 zum Studium nach Deutschland kommen. Seitdem studiere ich an der Akademie der Bildenden Künste in München und suche nach neuen Wegen in der Malerei, mit neuen Materialien, neuen Perspektiven und meinen Erfahrungen. Doch wie in meiner Kindheit: “mein Pinsel tanzt” auf dem Untergrund, ob Papier, Leinwand oder Holz, nachdem ich das gewollte Bild meditativ erfaßt habe. Meine Grundmotive kommen weiterhin aus der chinesischen Tradition: es sind die Pflanzen, vor allem Bambus und Lotus; nur werden sie bei meinem neuen Schaffen mit westlichen Techniken zum Ausdruck gebracht. Dabei setzte ich meine Gefühle in Farben um: auf dem klassischen schwarzen Tuscheuntergrund sagt die Farbe aus, was ich aus meinen Pflanzenmotiven empfinde und vermitteln möchte. Daher sind meine Farben nicht “naturgetreu” und mein Schwarz variiert wie in einer Farbskala in klassisch chinesischer Technik.

Meine Ausstellungen des “Neuen Weges”:
Seit 1997 jährliche Ausstellungen in den Domagk Ateliers in München
1997 Einzelausstellung in der Galerie Grässlin in Wolnzach
1998 Einzelausstellung im Internationalen Institut für Immobilien (iii) in München
1999 Einzelausstellung der HypoVereinsbank im Preysing Palais München
2001 Einzelausstellung in Berlin zur Eröffnung der “Transfair”
2002 Einzelausstellung bei der LV 1871 in München
2004 Einzelausstellung mit Bildhauer Walter Grill in Rothenbuch
2005 Ausstellung “denkmalfarbig” im Haus der Kunst in München

Und das Wichtige:
Seit neun Jahren kenne ich meinen Mann, den vielseitigen Künstler und Dozenten Wu Min-an. Er nahm mich seit meiner Ankunft in Deutschland als künstlerischer Berater und kritischer Freund an die Hand. Und wir haben seit einem Jahr eine goldige Tochter Anya, die über das künstlerische Gehabe ihrer Eltern nur lächelt.

Wang, Yani malt Mai 1981 in Canton
"calabash branches" (6.Geburtstag!)
"O.T.", 2002, Öl auf Holz
80 x 160 cm
"O.T.", 2003, Öl auf Holz, 80 x 240 cm
"O.T.", 2002, Öl auf Holz,
160 x 80 cm
WU Min-an
Notizen für den Kopf
Regie: Fatima Abdollahyan
2002, s/w & Farbe, 16 mm, 15 Min.

Wu Min-An ist Fotograf und wohnt in München. Wie betrachtet ein Chinese, der seit 12 Jahren in Deutschland lebt, liebt und arbeitet, seine Umwelt? Wie wird er und wie wird seine künstlerische Arbeit durch die hiesige Kultur beeinflusst? Durch die „chinesische Linse“ werden Kultur- und Mentalitätsunterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten auf humorige, manchmal tiefsinnige Weise aufgedeckt, kommentiert und gelegentlich karikiert.
Notes For The Head
Director: Fatima Abdollahyan
2002, b/w + col, 16 mm, 15 min.

Wu Min-An is a photographer and lives in Munich. How does a Chinese person who has lived, loved and worked in Germany for 12 years see his environment? How is he and his artistic work affected by the local culture? His „Chinese lens“ reveals, comments on and sometimes caricatures differences and similarities in culture and mentality in a humorous, and sometimes profound way.
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Vernissage
Film zur Person
Wu, Min-an
von Fatima Abdollahyan

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